Zuckerkrank? Die ersten Anzeichen und was Sie tun können / Die besten Tipps gegen Prädiabetes

Prädiabetes heißt diese Vorform der Zuckerkrankheit – und geschätzte 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung dürften damit durchs Leben gehen. Vorform heißt: Der Nüchternblutzuckerwert liegt zwischen 110 mg/dl und 125 mg/dl. Alles darüber wird allgemein als Typ-2-Diabetes bezeichnet. Einige Wissenschaftler, darunter auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), haben die Grenze für Prädiabetes aber tiefer angesetzt und sehen sie schon bei 100 mg/dl. Und ab 110 mg/dl hat man es laut DDG mit einem manifesten Diabetes zu tun. Wo auch immer die Grenzen gezogen werden: Tatsache ist, dass schon ein leicht erhöhter Blutzuckerwert zum Beispiel mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einher geht. Das wurde kürzlich auch in einer Studie im Britischen Ärzteblatt bestätigt. Schon ab einem Wert von 100 mg/dl steigt das Schlaganfallrisiko um 18 Prozent an, ab 110 mg/dl sind es 20 Prozent. Zum Vergleich: Die Nüchternblutzuckerwerte bei gesunden Menschen liegen zwischen 70 und 99 mg/dl.

Die ersten Anzeichen? Das empfehlen Schulmediziner, wenn die Blutzuckerwerte zu hoch sind

Liegt Prädiabetes vor, muss es das Ziel sein, die Blutzuckerwerte wieder in den Normalbereich zu bekommen. Da es dafür aber keine Medizin gibt, wird man vom Arzt auch keine große Hilfe erwarten können. Was soll er auch machen? Was bleibt, sind Hinweise auf eine gesündere Lebensführung: Generell sind die Empfehlungen ähnlich wie beim Vorliegen eines manifesten Diabetes: Wer übergewichtig ist, muss sein Gewicht reduzieren. Generell sollten weniger Kohlenhydrate (Kartoffeln, Nudeln, Zucker etc.) verzehrt werden, da solche Nahrungsmittel den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen. Statt dessen sollte mehr Gemüse auf den Tisch kommen. (Mehr zu richtiger Ernährung finden Sie unter dem Punkt „Ernährung“ weiter hinten im Text).

Ebenso wichtig: Sport und Bewegung aller Art. Insbesondere Ausdauersportarten, bei denen man selbst die Intensität festlegen kann, sind empfehlenswert: Lange Spaziergänge, Wandern, Walking, Nordic Walking, Joggen, Radfahren oder Schwimmen sind empfehlenswert. Dabei sollten Sie nie Ihre maximale Leistungsfähigkeit erreichen, also nie „aus der Puste kommen.“ In der Praxis heißt das: Sie könnten noch schneller laufen und intensiver walken, machen es aber nicht.

Sport entlastet die Bauchspeicheldrüse

Sportarten, die mit extremen Überbelastungen einher gehen (z. B. Marathon oder Halb-Marathon) oder auch solche mit Wettkampfcharakter (Fußball, Handball, Squash etc.) sind nicht empfehlenswert.

Der Vorteil von Sport: Der Zucker im Blut wird insulinunabhängig abgebaut. Und damit wird die Insulin produzierende Bauchspeicheldrüse entlastet. Gleichzeitig werden Kalorien verbraucht, was langfristig dem Körpergewicht zu gute kommt. Ideal wäre eine Fitnesseinheit von einer halben Stunde täglich; Minimum: 3 bis 4 Mal pro Woche.

Naturheilkunde: Fasten wirkt oft Wunder

Wenn Übergewicht vorliegt, kann Fasten als Einstieg in eine Ernährungsumstellung sinnvoll sein, denn schon eine geringe Gewichtsabnahme kann die Blutzuckerwerte langfristig verbessern (und nicht nur während der Fastenphase). Sogar Menschen mit manifestem Diabetes können unter ärztlicher Aufisicht fasten. In leichten Fällen ist es nach Erfahrung der Fastenärztin Wilhelmi de Toledo (Buchinger Klinik) sogar nicht selten, dass die Diabetes-Medikamente ganz abgesetzt werden können. „Wenn Sie abnehmen und Sport treiben, kann die Krankheit ganz verschwinden.“ Auch wenn es nur eine Vermutung ist: Die Wirkungen des Fastens auf den Stoffwechsel dürften bei Prädiabetes ähnlich gut sein.

Pflanzenheilkunde: Pflanzen mit blutzuckersenkender Wirkung

Bewährt hat sich Guarkernmehl als Quellmittel. Der Zusatzstoff dämpft die Blutzuckeranstiege; erhältlich im Naturkost- und Biohandel. Tees, die den Blutzuckerspiegel senken sollen, z. B. mit Bittermelonen, sind nach Ansicht von Medizinern eher skeptisch zu sehen; eine blutzuckersenkende Wirkung konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Ernährung: Mehr komplexe Kohlenhydrate

Wer mit schlechten Blutzuckerwerten zu kämpfen hat und übergewichtig oder stark übergewichtig ist, muss Pfunde verlieren, und zwar dauerhaft. Denn nur so kann die Insulin produzierende Bauchspeicheldrüse entlastet werden.

Auch wenn der Streit in der Wissenschaft über die beste und gesündeste Abnehm-Methode noch nicht entschieden ist, zeichnet sich doch Folgendes ab: Insgesamt sollten weniger Kohlenhydrate (Mehlspeisen, Nudeln, Kartoffeln, Kuchen, Zucker, Süßigkeiten etc.) gegessen werden. Wenn Kohlenhydrate, dann komplexe: keine Nahrungsmittel aus Weizenauszugsmehl, sondern aus Vollkornmehl. Gemüse, egal ob roh, gedünstet oder gekocht sollte in viel größeren Mengen gegessen werden, denn auch Gemüse sättigt. Wer es roh nicht verträgt und z.B. mit Blähungen zu tun hat – und das kommt sehr häufig vor – der dünstet das Gemüse.

Auch folgende Erkenntnis gewinnt unter Ernährungswissenschaftlern immer mehr Anhänger: Es ist unserem Stoffwechsel nicht egal, wann wir etwas essen. Ein kohlenhydratreiches Abendessen mit Wurst- und Käsebroten lässt über Nacht die Fettpolster wachsen. Alle neueren Ernährungskonzepte berücksichtigen solche Erkenntnisse.

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