Wenn schon Probiotika, dann mehrere Stämme

Ziemlich gut belegt ist, dass die Gabe von Probiotika (Milchsäurebakterien) helfen kann, Durchfallerkrankungen abzuschwächen – zum Beispiel Durchfälle, die durch die Einnahme von Antibiotika verursacht werden können.

Klinische Studien haben zudem gezeigt, dass Kleinkinder durch den Verzehr probiotischer Milchsäurebakterien besser vor Darminfekten geschützt sind. Und eine andere Studie geht im Ergebnis davon aus, das sich Mischungen aus mehreren Stämmen probiotischer Bakterien zur Vorbeugung vor Allergien und Asthma bei hochgefährdeten Babys und Kleinkindern eigenen.

Sind Probiotika gut für Babys?

Viele Hersteller von Babynahrung greifen solche Forschungsergebnisse natürlich gerne auf. Sie mischen Probiotika in die Baby-Nahrung – und ernten Kritik von Kinderärzten. Denn längst gibt es noch keine einheitliche Meinung zu dem Thema.

Viele Mediziner sehen die dauerhafte Verabreichung von Probiotika eher kritisch. Ob solcherart „angereicherte Säuglingsanfangsnahrung gesunden Babys nützt, ist bislang nicht zweifelsfrei erwiesen“, so vor kurzem die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Und die Mediziner warnen sogar: „Bei Säuglingen mit ernsten Gesundheitsproblemen können probiotische Anfangsnahrungen sogar nachteilig sein.“

Weil die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering ist, „die eine“ probiotische Bakterienart zu finden, die ganz alleine eine Vielzahl von Beschwerden und Krankheiten verhindert oder lindert – obwohl natürlich in der Werbung häufig so getan wird, als habe man sie schon gefunden –, wird in der Wissenschaft immer mehr auf ein „Multi-Spezies-Konzept“ gesetzt. Das heißt: Nicht von einem einzigen Probiotika-Stamm erhofft man sich Hilfe, sondern vom Zusammenspiel mehrerer Stämme.

Gemeinsam sind sie stark

So geht Harro M. Timmerman von der Universität Utrecht – und mit ihm eine Reihe anderer Wissenschaftler – mittlerweile davon aus, dass Mischungen aus mehreren Probiotika „wirksamer sind als einfache Probiotika.“

Der Vorteil ist, dass sie „sich in ihrer gesundheitsfördernden Wirkung ergänzen bzw. verstärken.“ Ein weiterer Pluspunkt: „Probiotische Präparate, die verschiedene Mikroorganismen-Stämme enthalten, haben meist eine höhere Überlebenschance“, d. h. sie kommen lebend im Darm an, und können dort wirksam sein.

Und auf noch auf einen anderen Aspekt verweist der Forscher aus Utrecht: „Die antimikrobiellen Wirkstoffe, die von den einzelnen Stämmen produziert werden, können zusammenwirken und zu einem Ergebnis führen, das von den Einzelwirkstoffen nicht erzielt werden kann.“

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