So essen Sie sich gesund: Mit Obst und Gemüse gegen Entzündungen

Gesünder leben mit Goijbeere, Ingwer, Weißkohl, Granatapfel, Knoblauch, Papaya, Rote Beete, Brokkoli, Tomate und Ananas

Sich gesund essen ist möglich. Ob Gojibeere, Ingwer, Grantapfel oder Weißkohl – bestimmte Obst- und Gemüse-Sorten helfen dem Organismus gesund zu bleiben. Insbesondere die schleichenden Entzündungen lassen sich eindämmen oder ganz zum Verschwinden bringen. Zu diesen Entzündungen zählen zum Beispiel einige Darmerkrankungen, Schuppenflechte aber auch Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) und Entzündungen in den Gelenken.

„Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Erkrankungen, deren Entstehung man mit diesen entzündlichen Prozessen in Verbindung bringt“, so die Medizinerin Dr. Michaela Döll. „Nahezu jedes Organ kann von einer Entzündung betroffen sein.“

Schleichende Entzündungen werden mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht

Sogar Krebserkrankungen werden mittlerweile mit Entzündungen in Verbindung gebracht. Michaela Döll: „So konnte u.a. gezeigt werden, dass die Botenstoffe, die von den Abwehrzellen im Zuge einer Entzündung abgegeben werden, das Überleben von Tumorzellen im Körper erleichtern.“

Zu den Erkrankungen, die mit Entzündungen einhergehen, werden ebenfalls gezählt: Diabetes (Typ 2), multiple Sklerose, bestimmte Schilddrüsenerkrankungen und Asthma. Aber auch Alzheimer und die Parkinson’sche Erkrankung werden von entzündlichen Prozessen begünstigt. Dr. Michaela Döll, die zu dem Thema auch ein Buch geschrieben hat: „Somit hängen nahezu alle gesundheitlichen Gefährdungen von Körper und Geist im Alter mit den ‘Brandherden’ zusammen.“

 Als Auslöser für schleichende Entzündungen ist auch unsere Ernährung ins Visier geraten. Denn es ist unser Essen, aus dem der Körper sich holt, was er braucht. Je höher die Qualität, desto gesünder leben wir.

„Die Ernährung spielt grundlegend eine wesentliche Rolle für das individuelle Entzündungsrisiko“, sagt Dr. Michaela Döll. Und wenn die Entzündungsneigung des Körpers herunter reguliert werden soll, dann hilft dabei insbesondere Obst und Gemüse mit vielen entzündungshemmenden bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffen.

Polyphenole aus Obst und Gemüse stärken Immunsystem und schützen Blutgefäße

Von den Polyphenolen weiß man zum Beispiel, dass sie das Immunsystem stärken und Blutgefäße vor altersbedingten Veränderungen schützen. Und gleichzeitig zählen sie zu den wirksamsten Radikalfängern, sie verlangsamen ganz einfach die Alterung der Zellen. Im folgenden stellen wir Ihnen Obst und Gemüse mit besonders vielen zellschützenden Inhaltsstoffen vor.

  • Gojibeere (Bocksdorn): Der neue Star unter den gesundheitsfördernden Lebensmitteln

 Die Gojibeere ist auf dem besten Weg, der neue Star unter den gesundheitsfördernden Beeren zu werden, auch wenn sie hierzulande eher als Zierpflanze gehalten wird und entlang von Bahndämmen ihr unbeachtetes Dasein fristet.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin „arbeitet“ man schon seit Jahrhunderten mit der Gojibeere – sie soll das Yin stärken und wird bei einer Vielzahl von Krankheiten verschrieben.

Und in der Tat – auch nach westlichen Maßstäben ist die Gojibeere hoch interessant: So gilt die reichlich enthaltene Ellagsäure als eine Substanz, die (zumindest im Reagenzglas) krebserregende Stoffe binden kann. Sie enthält Unmengen an zellschützenden Antioxidantien und gehört zu den Lebensmitteln mit dem höchsten ORAC-Wert.

Auch bei der Erhaltung der Sehkraft scheinen die Inhaltsstoffe der Gojibeere zu wirken: Bei einem Glaukom schützen sie vor der Zerstörung des Sehnervs, so das Ergebnis einer Studie. Grund dürfte der hohe Gehalt verschiedener Carotinoide sein. Gojibeeren gibt es getrocknet und in Kapselform zu kaufen. Sollten Sie einen Garten und genügend Platz haben, dann können Sie natürlich auch Ihren eigenen Strauch (zwei bis vier Meter hoch) pflanzen.

  • Ingwer: Nicht nur ein Mittel gegen Reisekrankheit

Eigentlich nur als Mittel gegen Reisekrankheit bekannt, beginnt Ingwer langsam auch noch andere Eigenschaften preiszugeben – z. B. seine entzündungshemmende Wirkung. Die wird insbesondere dem hohen Gehalt an Gingerolen (aus der Gruppe der sekundären Pflanzenstoffen) zugeschrieben.

Gelenkentzündungen und entzündliche Darmerkrankungen können durch Ingwer positiv beeinflusst werden. So das Ergebnis einiger (kleiner) Studien. Doch Vorsicht: Weil Ingwer die Blutgerinnung herabsetzt, sollte einige Tage vor einer Operation oder bei einer Schwangerschaft kein Ingwer gegessen bzw. Ingwer-Tee getrunken werden.

  • Weißkohl: Mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte

 Wussten Sie, dass im Winter Weißkohl eine bessere Vitamin C-Quelle ist als Zitrusfrüchte? Nur 250 Gramm des Gemüses decken bereits den Tagesbedarf. Der Kohl darf nur nicht „verkocht“ werden.

Saft aus frischem Kohl ist ein bekanntes Mittel bei Magenproblemen. Tipp bei Magenschleimhautentzündung: Zusätzlich zur Schonkost täglich 0,5 bis 1,0 Liter Weißkohlsaft trinken, der sich leicht mit einem Entsafter herstellen lässt.

Warum der Saft überhaupt wirkt, ist noch nicht genauer bekannt. Entscheidend soll ein sogenannter Anti-Ulkusfaktor sein, der auch als Vitamin U bezeichnet wird.

  • Granatapfel: Wirkt gegen Entzündungen und Krebs

 Die antientzündliche Wirkung des Granatapfels wird u.a. durch 20 verschiedene Polyphenole erreicht, die als bioaktive Substanzen in der Farbe und den Geschmacksstoffen stecken. Die Wirkung bei Darm- und Zahnfleischentzündungen sowie Arthrose ist durch Studien belegt. Durch Laborversuche konnte auch gezeigt werden, dass zumindest zwei bioaktive Substanzen krebshemmende Eigenschaften besitzen.

  • Knoblauch: Senkt Cholesterin und Blutdruck und stärkt das Immunsystem

 Kaum eine Küchenpflanze ist so intensiv erforscht worden wie der Knoblauch. Lange bekannt ist seine cholesterin- und blutdrucksenkende Eigenschaft. Und da wirkt sogar Knoblauchpulver. Interessant für die kalte Jahreszeit: Weil Knoblauch die Zahl der natürlichen Killerzellen erhöht, wird auch das Immunsystem gestärkt.

  • Papaya: Beschleunigt die Wundheilung und stärkt das Immunsystem

 Viel Vitamin C und A sowie reichlich Kalium, Kalzium und Magnesium stecken in der Papaya, die u.a. in Mittel- und Südamerika angebaut wird. Das enthaltene Papain ist ein Enzym mit vielen Eigenschaften. Es beschleunigt die Wundheilung, stärkt das Immunsystem und lässt Entzündungsmarker im Blut zurückgehen.

  • Rote Beete: Das Gemüse schützt Zellen und Gefäße

 Es sind die Betalaine, eine Gruppe von Pflanzeninhaltsstoffen, die für die zell- und gefäßschützende Wirkung der Roten Beete verantwortlich sind und dem Gemüse seine Farbe geben. Der Saft der roten Beete senkt den Blutdruck, wirkt verdauungsfördernd und lässt die „guten“ Darmbakterien wachsen, was wiederum das Immunsystem stärkt.
Doch Vorsicht: Rote Beete enthält relativ viel Oxalsäure die Kalzium bindet, das dann nicht mehr als Baumaterial für Knochen zur Verfügung steht.

  • Brokkoli: Senföle lassen Krebs-Zellen absterben

 Für die entzündungshemmenden Wirkungen des Brokkolis sind insbesondere Senföle verantwortlich. Sie begünstigen auch das Absterben von Krebszellen (zumindest im Reagenzglas). Weil aber diese Senföle und auch andere Pflanzeninhaltsstoffe hitzeempfindlich sind, sollte Brokkoli nur bissfest gekocht werden. Oder noch besser: Schneiden Sie die Röschen klein und bereiten Sie daraus mit anderem Gemüse einen knackigen Salat.

  • Tomate: Weniger Prostatakrebs durch Lycopin

 Es ist das Lycopin, das nach derzeitigem Kenntnisstand für viele medizinische Wirkungen verantwortlich ist. Tomatensaft und -soßen senken das Risiko bei Männern, an Prostatakrebs zu erkranken. Und auch andere Krebsarten mögen das Lycopin überhaupt nicht. Eine augenschützende Wirkung wird ebenfalls diskutiert. Lycopin wirkt anti-entzündlich. „Das Carotinoid greift auf zellulärer Ebene in die Signalkette ein, die für die Bereitstellung von Entzündungsmarkern mitverantwortlich ist“, so die Medizinerin und Mikronährstoff-Expertin Dr. Michaela Döll.

  • Ananas: Entzündungshemmende Enzyme (Bromelain) stecken im Strunk

 Der medizinisch interessanteste Wirkstoff steckt in dem Teil der Frucht, der meist nicht gegessen wird, im Strunk. Dort sind die entzündungshemmenden Enzyme besonders konzentriert vorhanden. Zusammengefasst werden sie unter dem Begriff Bromelain. Eingesetzt wird das Wirkstoffgemisch in der Medizin u. a. in Form von magensaftresistenten Filmtabletten zur Verminderung von Schwellungen nach Verletzungen.

Bei bestehenden entzündlichen Erkrankungen (z. B. Arthrose, Rheuma, aber auch Atemwegserkrankungen) hat man damit ebenfalls

gute Erfahrungen gemacht, wenngleich die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien eher uneinheitlich sind. Zum Teil konnten aber klassische Schmerzmittel eingespart und Heilungsprozesse beschleunigt werden.

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