Kohlenhydratarme Ernährung: Das Frühstück – mal viele Kohlenhydrate, mal wenige

Worm, Pape, Funfack – drei Männer, drei Meinungen

Dr. Nicolai Worm, Dr. Detlef Pape, Dr. Wolf Funfack: Die drei bekannten Ernährungsexperten machen sich für eine kohlenhydratarme Ernährung stark.Und trotzdem weichen ihre Vorschläge in vielen Punkten voneinander ab. Da stellt sich die Frage: Wer hat recht? Wem soll man glauben? Wir haben uns die drei Konzepte näher angesehen.

Das Frühstück

Das morgendliche Frühstück dient in „erster Linie dazu, den Körper mit Kohlenhydraten zu versorgen“, sagt  Dr. Pape. Denn nach einem kohlenhydratarmen Abendessen sind die Glykogenreserven der Leber leer. Und er verspricht: „Durch die zum Frühstück erlaubte, relativ große Kohlenhydratmenge kommt bis zum Mittagessen erst gar kein Hungergefühl auf.“

Dr. Pape: Entscheidend ist die Höhe der Insulinantwort

Das Müsli ist also erlaubt – aber nicht mit Milch oder Joghurt kombinieren, denn tierisches Eiweiß ist verboten. Mit Kohlenhydraten kombiniert, „treibt es die Insulinproduktion gnadenlos nach oben.“ Denn bei gleichem Kaloriengehalt kann durch eine solche Kombination die Insulinantwort um bis zu 400 Prozent gesteigert werden. Dr. Pape: „Es ist nämlich nicht in erster Linie der Kohlenhydratgehalt eines Lebensmittels entscheidend für den Verlauf der Blutzuckerkurve, sondern die Höhe der Insulinantwort auf eine Mischkostmahlzeit, wie wir sie häufig zu uns nehmen.“ Die Alternative zu Milch heißt Fruchtsaft. Auch Obst ist erlaubt; ebenso Brot (Kohlenhydrate) – aber ohne Käse und Wurst (Eiweiß!). In Frage kommen Honig und Marmelade; Butter und Margarine sind erlaubt, da fast eiweißfrei.

Dr. Funfack: Jede Mahlzeit beginnt mit einem eiweißhaltigen Nahrungsmittel

Kein Eiweiß zum Frühstück? Und Kohlenhydrate so viel man will? Da kann Dr. Funfack („Metabolic Balance“) nur den Kopf schütteln. „Jede Mahlzeit beginnt mit einem eiweißhaltigen Nahrungsmittel“, ist eine seiner Grundregeln. Und die Kohlenhydratmenge wird auch möglichst klein gehalten. Das Frühstück beginnt z. B. mit einem Schluck Milch. Dann gibt es etwas Joghurt, ein Ei oder Käse. Die Begründung: „So werden die Anstiege von Blutzucker- und Insulinspiegel verzögert.“

Danach geht es weiter mit einer Portion Haferflocken mit Milch und einem Apfel oder mit einem Roggenknäckebrot, Schinken und einer halben Tomate. Nach Dr. Funfack muss nicht nur mit einer Eiweißportion begonnen werden, es darf pro Mahlzeit auch nur eine einzige Eiweißart gegessen werden, weil es sonst zu einer Übersäuerung kommt. Butter oder Margarine zum Frühstück sind in den ersten Wochen nicht vorgesehen; bei einem normalen Cholesterinspiegel aber dünn auf dem Knäckebrot erlaubt.

Dr. Worm: Hauptsache, der Tag beginnt mit Eiweiß (tierisch oder pflanzlich)

Und was empfiehlt Dr. Worm? „Frische Früchte mit Quark oder Joghurt sorgen für einen glänzenden Start in den Tag.“ Aber auch Pikantes ist erlaubt: Gemüsequark mit Oliven oder Räucherforelle mit Schnittlauchquark. Hauptsache, der Tag beginnt mit Eiweiß (tierisch oder pflanzlich) und nicht zuvielen Kohlenhydraten. Wenn Müsli oder Brot, dann letzteres „möglichst auf Vollkornbasis und mit Natursauerteig hergestellt.“

Aber während Dr. Pape nichts gegen Süßes zum Frühstück hat, stehen solche Genüsse bei Dr. Worm auf der Verbotsliste. Wenn schon Brot, dann „natürlich die süßen Produkte wie Marmelade oder Honig und Ähnliches meiden“, so seine Empfehlung. Gegen Fett hat er nichts. So enthält seine Himbeercreme mit Tofu 40% Eiweiß, 33% Fett und 27% Kohlenhydrate. weiter mit Teil 3

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