Haarausfall in den Wechseljahren: Wie er sich stoppen lässt

In den Wechseljahren kann Haarausfall zu einem echten Problem werden. Denn bei einigen Frauen wird durch den stärker werdenden Einfluss der männlichen Hormone (Androgen-Überschuss) das Haar dünner und weicht zurück (mehr dazu weiter unten im Text). „Bis zu 13 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren leiden mehr oder minder stark unter hormonell bedingtem Haarverlust“, so die Frauenärztin und Buchautorin Christiane Northrup. Nach den Wechseljahren sind es deutlich mehr – fast 40 Prozent.

Haarausfall in den Wechseljahren: In schweren Fällen kann eine Hormonersatztherapie mit natürlichem Östrogen helfen

 In schweren Fällen, insbesondere dann, wenn das Beschwerdebild noch umfangreicher ist, empfiehlt der Münchner Frauenarzt Dr. Alexander Römmler eine Hormonersatztherapie mit natürlichem Östrogen, das über die Haut in Form von Gel vom Körper aufgenommen wird. Sollten Gestagene notwendig sein, dann bevorzugt er natürliches Progesteron, zum Beispiel in Form von Kapseln.

Wenn jenseits der 40 Haare ausfallen oder dünner werden, dann spielen fast immer Hormone eine Rolle. Bei allen medizinischen Haarprodukten geht es darum, das stärker werdende Gewicht der männlichen Hormone zurückzudrängen. Denn die Testosterone lassen die Haare dünner werden und schneller ausfallen. Auch wenn Medikamente – darunter verschreibungspflichtige Hormone – im Einzelfall durchaus wirken können, Erfolge garantieren kann niemand.

Was auf und in der Kopfhaut passiert, wissen auch Fachleute nicht genau

Denn was genau auf und in der Kopfhaut passiert und wie das mit Hormonen und anderen Faktoren wie Alter oder Lebensumständen zusammenhängt – da kennen auch Fachleute noch längst nicht alle Zusammenhänge, wie Haar-Experten aus Indien in einer Fachzeitschrift kürzlich eingestanden.

Fast alle wichtigen Behandlungsmethoden bei hormonell bedingtem Haarausfall sind in den letzten Jahren untersucht worden. Das wichtigste Ergebnis: Im Medizinbereich gibt es derzeit eigentlich nur das Arzneimittel Minoxidil, das mit großer Wahrscheinlichkeit bei Frauen den Haarverlust (im Scheitelbereich) aufhalten kann. Aber ein Wundermittel ist auch das nicht.

Haarausfall bei Frauen: Woran kann es liegen?

Diffuser Haarausfall

  • Erschöpfungszustände
  • Fiebrige Krankheiten (Infektionen, rheumatische Erkrankungen)
  • Zöliakie
  • Vitamin- und Eisenmangel
  • Stillzeit
  • Einseitige Ernährung (Fastfood)
  • Einnahme bestimmter Medikament (z. B. Blutverdünner, Betablocker, Cholesterinsenker, Antibabypille)
  • Vergiftungen (z.B. Quecksilber, Thallium)

Hormonell bedingter Haarausfall

Ausgelöst wird Androgenetic Alopecia, so der Fachbegriff, durch eine Verschiebung des Testosteron-Östrogen-Verhältnisses zugunsten des Testosterons. Insbesondere nach den Wechseljahren kann diese Dominanz der männlichen Hormone zu Haarausfall führen.

Unser Tipp: Bei Haarausfall keine Zeit verlieren

  • Wenn Sie verstärkten Haarausfall bemerken (über mehrere Tage mehr als 100 Haare), dann lassen Sie sich von Ihrem Arzt durchchecken. Denn verstärkter Haarausfall kann ein Hinweis auf eine tieferliegende Krankheit oder einen ungesunden Lebensstil sein.
  • Selbstmedikation rund um die Kopfhaut mag beruhigen – man tut ja was.

    Weil es aber leichter ist, einen (noch guten) Haarzustand zu stabilisieren, als ausgefallene Haare zu ersetzen, sollte bei verstärktem Haarausfall immer erst der Rat eines Arztes eingeholt werden. Sonst kann kostbare Zeit verloren gehen. Herumexperimentieren können Sie dann immer noch.

Bewertung: 

Noch keine Bewertungen vorhanden

Die Stichworte zu folgenden Themen könnten Sie ebenfalls interessieren: