Haarausfall: Auch Krankheiten, falsche Ernährung und Überwicht kommen als Ursache in Frage

Haarausfall kann viele Ursachen haben. Einige werden aber nur selten diskutiert und in Betracht gezogen: falsche Ernährung, Überwicht und Krankheiten wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

So haben zum Beispiel schon vor Jahren u.a. türkische Wissenschaftler darauf hingewiesen, dass es auch einen Zusammenhang von Insulinresistenz und Haarausfall gibt – egal, ob hormonell bedingt oder nicht.

Insulinresistenz liegt vor, wenn Körperzellen nicht mehr richtig auf Insulin reagieren und damit der Blutzuckerspiegel nicht mehr ausreichend gesenkt werden kann. Insulinresistenz geht häufig mit Übergewicht einher (muss aber nicht).

Zusammenhang zwischen Ernährung und Haarausfall

Finnische Wissenschaftler konnten zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Haarausfall gibt: Frauen mit einem überdurchschnittlichen Bauchumfang verloren mit höherer Wahrscheinlichkeit Haare.

Höhere Wahrscheinlichkeit“ heißt aber auch: Wer Normalgewichtig ist, kann ebenfalls unter Haarausfall leiden. Und nicht jeder vollschlanken Frau fallen die Haare aus.

Wenn verstärkt Haare ausfallen, kann eine Herzerkrankung vorliegen

Während es bei Männern einen bekannten Zusammenhang von hormonell bedingtem Haarausfall und Herzerkrankung (genauer Herzkranzgefäßerkrankung) gibt, hat man sich für diese Hinweise bei Frauen bislang nicht richtig interessiert.

Verständlich ist das nicht, denn die Herzkranzgefäße haben bei Männern und Frauen die gleiche Aufgabe  – sie versorgen das Herz mit Blut. Wenn das unterbleibt, weil eine Ader verstopft ist, kommt es zum Herzinfarkt.

Mehrere Untersuchungen haben nun gezeigt: Auch viele Frauen mit hormonell bedingtem Haarausfall haben bestimmte erhöhte Blutwerte, die auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße hindeuten können.

Deshalb der Tipp von indischen Wissenschaftlern der Universität von Dehli: „Auch Frauen in einem frühen Stadium von hormonellem Haarausfall sollten sich auf Risikofaktoren für eine Herzkranzgefäßerkrankung untersuchen lassen.“

Und vielleicht sollte man sich untersuchen lassen, bevor mit „Haarmitteln“ – egal ob verschreibungspflichtig oder nicht – versucht wird, das Problem in den Griff zu bekommen. Denn wie es scheint, ist hormonell verursachter Haarausfall eben in vielen Fällen alles andere als nur ein kosmetisches Problem.

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